Kooperation mit der Uni-Klinik Würzburg – Anamnesegespräche mit Dolmetscher*innen
Eine weitere Runde unseres Projekts mit der Uni-Klinik Würzburg geht zu Ende! Auch dieses Schuljahr durften wir wieder bei einem Praxisseminar der Uni-Klinik dabei sein, das Medizinstudierende darauf vorbereitet, Anamnesegespräche mit Sprachbarriere zu führen. Hier unterstützten Studierende aus der Dolmetsch-Ausbildung der WDS, indem sie potentielle Gesprächsszenarien so realitätsnah wie möglich nachstellten.
Dolmetschen und Schauspielern
Dabei durften die angehenden Dolmetscher*innen nicht nur übersetzen, sondern auch ein bisschen schauspielern. In Zweierteams gesellten sie sich zu den Medizinstudierenden: Eine Person übernahm die Rolle „Patient*in“, während die andere Person im Team für den*die gesprächsleitende*n Ärzt*in dolmetschte. Klingt erstmal unkompliziert – allerdings fordert dieser besondere Kontext kleinere und größere Anpassungen an das reguläre Vorgehen und sehr viel Fingerspitzengefühl – und das auf beiden Seiten.
Kontrast: Übersetzungs-App
Als Kontrast zu einer echten dolmetschenden Person gab es auch Gruppen, die diese Anamnesegespräche mit einer Übersetzungs-App durchführten. Leider spiegelt das eher die Realität wider – kurzfristig eine*n passende*n Dolmetscher*in für meist spontan geplante Termine zu finden, ist gar nicht so einfach. Deshalb nutzen die meisten Patient*innen, für die Deutsch keine Option ist, eine solche App. Schwierig dabei ist, dass mögliche Fehlinterpretationen und falsche Übersetzungen oft nicht bemerkt werden (können) und im schlimmsten Fall zu Fehldiagnosen führen.
Kulturelle Unterschiede
Oft ist es aber auch gar nicht die Technik oder die Sprachbarriere, die das größte Hindernis darstellt. Auch die kulturellen Unterschiede zwischen Patient*in und Ärzt*in können Probleme in der Kommunikation bereiten. Dieser Aspekt wird in der Vorbereitung auf die verdolmetschten Gespräche im Seminar beleuchtet und ist dann auch in den Anamnesegesprächen ein Thema.
Weiter im nächsten Schuljahr
Die nächste Runde folgt im nächsten Schuljahr – wir freuen uns darauf, weiter von und mit den Studierenden der Uni-Klinik zu lernen und dieses wichtige Projekt zu unterstützen. Wir profitieren gegenseitig, denn dafür werden unsere Studierenden auch von der Uni-Klinik entlohnt.
Text: Romy Schreiber (WDS)
Fotos: WDS
15. Juli 2026