Beruf / Berufsbild Dolmetscher

Das mögliche Tätigkeitsfeld des Dolmetschers umfasst technische Unterweisungen (Einweisung in die Benutzung von Maschinen), internationale Tagungen und Führungen, Festreden, Shows und Galaveranstaltungen, Messen und Vorträge auf Kongressen, TV-Interviews, Konferenzen von Wirtschaftsunternehmen und politische Gesprächsrunden.
In EU-Institutionen, die zukünftig erhöhten Bedarf angemeldet haben, um die anstehenden Pensionierungen decken zu können, werden allerdings 3 und mehr Sprachen erwartet, davon meist noch eine seltene Randsprache, aus der in Relais-Übersetzung gedolmetscht werden kann.

Herausforderungen des Berufs

Ein Dolmetscher muss sich ständig in neue Themen fachlich und sprachlich einarbeiten können (Glossare, Rednermanuskripte), sprachlich sehr sicher sein (keine Gegenkontrolle im 4-Augen-Prinzip wie beim Übersetzen möglich), sich auf Menschen aus ständig wechselnden Kulturkreisen einlassen können (interkulturelle Kompetenz, amerikanische oder indische Akzente im Englischen), sehr belastbar sein (höchstes Maß an Konzentration, Enge der Kabine, Handling der Konferenztechnik während des Dolmetschens, kurzfristige Programmänderungen), teamfähig sein (Tontechniker, Dolmetscherteam in der Kabine, Bürogemeinschaften) und ein dienstleistungs- und kundenorientiertes Auftreten haben (Diskretion, Reisetätigkeit, Aufträge auch abends oder an Wochenenden).

Perspektiven des Berufs

Dolmetsch-Dienstleistungen verzeichnen derzeit die größten Zuwachsraten und machen bereits 40% des ÜD-Markts aus. Obwohl ein Dolmetscher immer auch Generalist sein sollte, ist die Tendenz zum Dolmetsch-Fachexperten, der sich auf bestimmte Fachgebiete wie Medizin oder Finanzfragen sprachlich und fachlich spezialisiert hat, unübersehbar. So macht sich der Dolmetscher als "Expertenberuf" (BDÜ) nicht nur von der zukünftigen technischen Entwicklung z.B. im Bereich von Smartphones unabhängig, die mittelfristig sprachgesteuerte Cloudlösungen im allgemeinsprachlichen Simultandolmetschen ermöglichen werden, sondern erzielt auch höhere Honorare. Freude an regelmäßiger Fachlektüre zur persönlichen Weiterbildung ist dabei eine unabdingbare Voraussetzung. Freiberuflich arbeitende, auf Fachgebiete spezialisierte Dolmetscher arbeiten im statistischen Durchschnitt an 78 Einsatztagen pro Jahr, wobei für einen Einsatztag mehrere Tage an Vorbereitung, Recherche, Anreise und Abrechnung erforderlich sind.

Dolmetscher-/Übersetzertätigkeit in Kombination

Da man vor Ausbildungsbeginn nicht wirklich wissen kann, ob man diesen Ansprüchen an die eigene Persönlichkeit auch genügen wird und sich in dieser Rolle wohlfühlt, ist die Ausbildung zum Dolmetscher grundsätzlich an die Ausbildung zum Übersetzer gekoppelt. Wir verstehen die zweisprachige Übersetzerausbildung als notwendige Phase, wo ohne Zeitdruck und mit Blick auf die sichere Beherrschung des geschriebenen Worts die notwendigen sprachlichen Grundlagen für das Dolmetschen gelegt werden. Und wer den zusätzlichen Schritt zum Dolmetscher letztlich doch nicht gehen möchte, hat als Übersetzer eine vollwertige Ausbildung erworben.

Konferenzdolmetscher

Wer den Beruf des (Konferenz-)Dolmetschers aber hauptberuflich ausüben möchte, sollte nach der WDS (und ggf. einem BA-Abschluss) noch ein weiterführendes Masterstudium zum Konferenzdolmetscher mit Schwerpunkt Simultandolmetschen - möglichst im Ausland - absolvieren. Hierfür gibt es u.a. einjährige Masterstudiengänge in England, die unmittelbar nach dem Abschluss an der WDS belegt werden können.

Karriere, stepstone & Co.

Spezialisierte Portale wie www.bdue.de und www.konferenzdolmetscher-bdue.de geben Ihnen einen detaillierten Einblick in den freiberuflichen Arbeitsmarkt. 
Nutzen Sie auch Portale wie stepstone, wenn Sie eine Festanstellung suchen. Geben Sie als Suchbegriffe nicht nur "Dolmetscher" ein, sondern auch "Personal Assistent", Assistent der Leitung, Office Manager u.ä. - denn je nach Unternehmensgröße und Tätigkeit variieren die Berufsbezeichnungen für vergleichbare Anforderungsprofile, bei denen hervorragende Sprachenkenntnisse erwartet werden, erheblich.



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