Uni oder Ausbildung?

Uni oder Ausbildung?

Sprachen in Studium und Ausbildung

Die Sprachstandards mit Muttersprachlern sind überall hoch - aber die Schwerpunkte werden anders gesetzt.

Sprachintuition - gerade bei literarischen Texten - ist eines der Merkmale bei einem universitärem Studium. Hinzu kommt ein hoher Anteil an Theoriewssen über Sprachgeschichte und Literaturwissenschaft, die das Sprachenstudium eher theoretisch und weniger sprachpraktisch ausrichten.

In sprachlichen Ausbildungsgängen zählt die perfekte Sprachbeherrschung. Eine Übersetzung zwingt nämlich zur exakten Wortwahl und nicht zur Umschreibung. Sprachpräzision ist eines der wichtigsten Merkmale bei Sprachenausbildungen. Der zweite wesentliche Unterschied ist die Ausrichtung an Geschäfts- und Fachsprache. Bei der Übersetzungsübung muss präzise der einzelne Begriff auf seinen korrekten fachlichen Gebrauch hinterfragt werden. Die Übersetzungsübungen vermitteln damit insgesamt deutlich mehr als nur eine schmale Funktionssprache mit reduziertem Vokabular und formelhaften Wendungen. 

Studienabbrecher Sprachen

In den Sprachenausbildungen der WDS liegen die Abbrecherquoten mit etwa 10-15% deutlich unter jenen in universitären Studiengängen, die bis zu 3x so hoch sind (bis zu 50%). Abbrecher haben an der WDS überwiegend persönliche Gründe (Krankheit, finanzielle Engpässe).

Die Gründe für einen Studienabbruch an Universitäten haben neben Krankheit und Finanzen noch weitere Gründe: kein geregelter Tagesablauf mit vielen Ablenkungen, unpersönliche Studienstrukturen mit wechselnden Studenten in Seminaren, unklare Berufsaussichten sowie langweilige Theoriediskussionen.

Der Unterschied bei Studienabbrüchen zwischen Ausbildung und Studium liegt also insbesondere am Rahmen einer privaten Bildungseinrichtung:

  • das Lernen im festen Klassenverband mit einem gut strukturierten Stundenplan, der nachmittags auch Raum für einen Nebenjob läßt
  • eine - auch im Vergleich zum Gymnasium - sehr überschaubare Schulgröße "zum Wohlfühlen" mit etwa 350 Schülern und Studierenden in 18 Klassen und eine größere Vergleichbarkeit mit den Lernerfahrungen aus der Schulzeit
  • ein freundlicher und persönlicher Umgangston zwischen Studierenden und Lehrkräften sowie jederzeit "offene Türen" in der Verwaltung
  • klare Prüfungsanforderungen, kontinuierliche Leistungserhebungen (Schulaufgaben) im Schuljahr sowie schulische Versetzungsregelungen schaffen Transparenz und Lernmotivation 
  • ein akademischer Bachelor-Abschluss ist als Option möglich, ein Verzicht ermöglicht aber immer die Staatsprüfung als Übersetzer - also in jedem Fall einen Berufsabschluss ohne Zeitverlust

Fachsprachen in Naturwissenschaften und Betriebswirtschaft 

Zahlreiche universitäre Studiengänge sehen ein begleitendes Sprachenstudium in der Studienordnung vor. Studienabbrecher an Universitäten sehen hier wichtige Gemeinsamkeiten zwischen ihrem bisherigen universitären Studium und der Fachsprachenausbildung für Übersetzer und Dolmetscher an der WDS. 

Dank der fachlichen Vorbildung können Naturwissenschaftler und Betriebswirtschaftler mit guten Englischkenntnissen (nach einem Aufnahmetest) bereits in das 2. Ausbildungsjahr aufgenommen werden. 

Das Fachsprachenprofil Naturwissenschaften an der WDS (Übersetzer- und Dolmetscherausbildung) ist sehr breit angelegt und reicht von englischsprachigen Texten zu Astronomie, Geologie, Chemie bis zu Biologie, Physik und Medizin. Wohlgemerkt: Hier geht es nicht mehr um mathematische Berechnungen, sondern um das Interesse an naturwissenschaftlichen Artikeln. Die Online-Wörterbücher von dict.cc,  La Roche, Hexal und Springer kommen hier sinnvoll zum Einsatz. Studien zeigen, dass gut ausgebildete Fachübersetzer auch sprachkundigen Fachleuten (etwa Medizinern oder Biologen mit sehr guten Englischkenntnissen) in der Übersetzungsqualität überlegen sind. 

Das Fachsprachenprofil Wirtschaft an der WDS findet sich wegen seiner hohen Bedeutung gleich in vier unterschiedlichen Ausbildungen: der Übersetzer- und Dolmetscherausbildung mit englischem oder spanischem Fachsprachenschwerpunkt Wirtschaft, in der Ausbildung zum International Administration Manager (Europasekretär), in der Ausbildung Fremdsprachenkorrespondent sowie in der Ausbildung zum Euro-Management-Assistenten (EMA), der zahlreiche kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Fächer (in deutscher Sprache) mit Fremdsprachen kombiniert. 

Mit englischen oder spanischen Fachübersetzungen arbeiten Sie hier (auf unterschiedlichem Niveau) an zweisprachigen Begrifflichkeiten aus der Wirtschaft und deren interkulturelle Vergleichbarkeit. Hier geht es um die Fähigkeit, aktuelle Texte aus der Fachpresse mit entsprechendem Fach- und Hintergrundwissen zu übertragen. Handels- und Geschäftskorrespondenz (zweisprachig) ist fester Bestandteil aller Ausbildungen, weil Unternehmen diese spezifische Form der Sprachkompetenz bei Fremdsprachenexperten voraussetzen. 

In dieser klaren Ausrichtung am fachsprachlichen Bedarf von Unternehmen und am Bedarf des Arbeitsmarkts liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen Ausbildung und Studium.

 

 

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