|
Staatlich geprüfte/r Übersetzer/in oder Übersetzer/in und Dolmetscher/in
Beim Beruf "Dolmetscher und Übersetzer" handelt es sich streng genommen um zwei Berufe mit unterschiedlichem Berufsalltag, deren Ausbildung jedoch häufig parallel läuft. Grundsätzlich unterscheidet man "Diplom-Übersetzer" (Uni-Ausbildung), "staatlich geprüfte Dolmetscher/Übersetzer (Bayern)" und "geprüfte Dolmetscher/Übersetzer IHK", die sich in Anspruchsniveau, Dauer und Prestige deutlich voneinander unterscheiden. Nur in Bayern wird die Ausbildung von staatlich anerkannten Fachakademien für Fremdsprachenberufe übernommen, die gewollt praxisnah und ohne theoretische Schwerpunkte die Erarbeitung perfekter Sprachenkenntnisse in den Mittelpunkt ihrer dreijährigen anspruchsvollen Ausbildung stellen (vgl. Stundentafel). Verbunden mit der staatlichen Anerkennung ist auch ein staatlicher monatlicher Schulgeldzuschuss für alle Studenten, der diese Ausbildung in Bayern auch finanziell attraktiv macht. Außerhalb Bayerns trifft man diese Form einer anspruchsvollen, rein sprachpraktischen Ausbildung durch Muttersprachler mit staatlich vorgegebenem hohem Qualitäts- und Prüfungsniveau und staatlichen Schulgeldzuschüssen kaum an. Die Doppel-Ausbildung zum "staatlich anerkannten Übersetzer/Dolmetscher" wird dabei weitgehend parallel durchgeführt, und nur im Abschlußexamen entscheidet man sich für die Übersetzerprüfung alleine oder die Doppelprüfung zum "staatlich anerkannten Übersetzer/Dolmetscher". Nach diesem Abschluss haben die Studenten die Möglichkeit, dank einer engen Kooperation der Würzburger Dolmetscherschule mit Fachhochschulen und Universitäten innerhalb von nur einem Jahr den Bachelor in Deutschland oder unmittelbar den Master im Ausland (Großbritannien, USA) abzulegen (siehe Rubrik Bachelor / Master). In der Globalisierung übernehmen Übersetzer eine wichtige Rolle bei der internationalen Kommunikation, indem sie Fach- und Sachtexte, seltener auch literarische Texte, aus einer Sprache in eine andere übertragen. Heute hat dieser Sprachenmarkt ein Milliardenvolumen. Eine EU-Studie hat ermittelt, dass die Sprachendienstleistungen etwa 8,4 Mrd Euro betragen und sich bis 2015 in der EU verdoppeln werden. Ein Beispiel: Meistens werden neue Produkte zeitgleich in der ganzen Welt eingeführt, und dies bedeutet, dass Betriebsanleitungen, Produktbeschreibungen, Schulungsunterlagen und Werbung zeitgleich in unzählige Sprachen übersetzt werden müssen. Was früher allein mit dem Wörterbuch erreicht wurde, ist heute ohne moderne Technik undenkbar geworden. Sprachendienstleister und freelancer setzen in technischen und wirtschaftsbezogenen Bereichen heute Translations-Memory-Systeme ein, die beim Aufbau eines fachspezifischen Wortschatzes helfen und die Corporate Identity des Kunden mit berücksichtigen. Bei gewollt mehrdeutigen Texten aus dem Literaturbereich und der Werbebranche bleiben traditionelle Übersetzungsmethoden jedoch weiterhin gültig. Ob man als Übersetzer lieber im Team (Bürogemeinschaft, internationales Netzwerk), als Einzelkämpfer oder aber als freelancer für internationale Sprachendienstleister arbeiten möchte, ist eine Frage der Persönlichkeit - und der Fähigkeit, selbständig neue Aufträge akquirieren zu können. Die Arbeit im Netzwerk hat den großen Vorteil, dem Kunden ein breiteres Spektrum an Fachübersetzungen mit umfassender Kompetenz bieten zu können. Interkontinental organisierte Teams etwa können dank der Zeitverschiebung mehr als 20 h täglich an einem gemeinsamen Übersetzungsauftrag arbeiten - dies macht jedoch auch deutlich, dass Übersetzer dank des Internet weltweit miteinander um Übersetzungsaufträge konkurrieren. Der Bereich der Dolmetscher, die das gesprochene Wort in eine andere Sprache übertragen, hat einen geringeren Bedarf. Neben internationalen Tagungen und Kongressen sind es insbesondere die EU-Institutionen, die zukünftig erhöhten Bedarf angemeldet haben, um die anstehenden Pensionierungen decken zu können. Allerdings werden hier 3 und mehr Sprachen erwartet, davon meist noch eine seltene Randsprache, aus der in Relais-Übersetzung gedolmetscht werden kann. Daher versteht sich unsere zweisprachige Dolmetscherausbildung als eine Zusatzqualifikation der Übersetzerausbildung, die besondere Techniken der mündlichen Sprachmittlung schult und in einigen Wirtschaftsbereichen als zusätzliche Qualifikation hilfreich ist. Wer den Beruf des (Konferenz-)Dolmetschers also nicht nur gelegentlich ausüben möchte und zu seinem Hauptberuf machen möchte, sollte noch eine weiterführende Zusatzausbildung zum Konferenzdolmetscher absolvieren. Voraussetzung für beide ist ein ausgezeichnetes mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen, sowohl im Deutschen als auch in der Fremdsprache. Übersetzer und Dolmetscher müssen mit der Idiomatik der jeweiligen Sprache ebenso vertraut sein wie mit dem für die gewählte Fachrichtung erforderlichen Wissen und Fachwortschatz. Die Würzburger Dolmetscherschule hilft mit speziellen Kursen in Fachkunde, um die fachlich-sachlichen Zusammenhänge perfekt verstehen zu können. Eines ist jedoch auch sicher: Die Globalisierung schafft sich mit immer wieder neuen Aufgaben wie Community interpreting, Film- und Videountertitelung oder Lokalisierung ihre Berufe selbst - man muss nur neugierig auf das Neue sein ... Möchten Sie mehr erfahren über die WDS und ihr Ausbildungsangebot? Nutzen Sie das Kontaktformular und fordern Sie weitere Informationen an (Startseite > Kontakt).
|
|